Frauenwelten e.V.

Der Verein Frauenwelten e.V.

kümmert sich auf vielfältige Weise um das Wohlergehen geflüchteter Frauen in Wiesbaden: Mit Beratung, Entspannungs- und Kreativkursen, Begegnungsmöglichkeiten, Informationsveranstaltungen, stets mit Kinderbetreuung und immer im Zeichen der psychosozialen Gesundheit der Frauen  – aber auch mehrmals im Jahr mit großen Festen im „Tattersall“. Dort gibt es nicht nur Musik, Tanz und ein wunderbares kulinarisches Angebot für Frauen, sondern auch ein Bühnenprogramm. Am 8. November trat erstmals eine Theatergruppe, geleitet von der Afghanin Parisa Batori (Zweite Vorsitzende des Vereins) auf, die verschiedene Szenen aus dem Leben geflüchteter Frauen zeigte. Voller Angst beschützten diese Frauen ihre Kinder, sie irrten herum und versteckten sich. Aber es gab auch eine Szene, in der ein Mann – gespielt von einer Frau! – als sprichwörtlicher Pascha sich von seiner Ehefrau alles bringen ließ und sie dabei schlecht behandelte. Nach einem Szenenwechsel legten die Frauen den Schleier ab, fanden bei einer Beratungsstelle Hilfe und Verständnis, lernten zu tanzen, zu malen und sich weiterzubilden: Eine eindeutige Integrationsbotschaft, die mit sehr viel Beifall aufgenommen wurde. Eine junge Frau, Zoreh Hosseini, erzählte am Mikrofon, wie dankbar sie ist, in Deutschland in Sicherheit sein zu dürfen. Sie habe ihren Realschulabschluss gemacht und strebe eine Ausbildung zur Krankenschwester an. Die Poetin Fathia Shams, früher Literaturdozentin an der afghanischen Universität Herat und Leiterin der Poesiegruppe des Vereins, las ein eigenes Gedicht zum Thema Heimatverlust vor, das von der Moderatorin Nadjima Said  übersetzt wurde. „Frauenwelten“ plant, vorausgesetzt, es finden sich Sponsoren, die Herausgabe eines Buches von Fathia Shams. Schließlich zeigte eine Tanzgruppe in traditioneller Kleidung zu afghanischer Musik, wie lebensfroh sich die Frauen bewegen können.  Vereinsvorsitzende Zakia Roohani und ihre Kolleginnen präsentierten noch einmal auf der Bühne das umfangreiche Hilfs- und Freizeitangebot von „Frauenwelten Wiesbaden e. V.“, dessen Angebote in mehreren Gruppen regelmäßig von über 100 Frauen aller Altersstufen besucht werden.  Ein weiblicher Diskjockey, die Marokkanerin Boschra, lud anschließend noch alle gemeinsam zum Tanzen und Weiterfeiern ein. Für die Betreuung der Kinder war auch gesorgt, denn das ist eine sehr wichtige Bedingung für Frauen, eine solche Veranstaltung besuchen zu können.

Hennaabend

„Interkulturelle Begegnung
Freitag, 08. November 2019
Alle Frauen & Mädchen sind herzlich eingeladen!
Sie haben die Gelegenheit vielen anderen Frauen zu begegnen.
- feiern, tanzen, gut essen & trinken –
Ihre Kinder werden beaufsichtigt.
Programm: Erfolgreiche integrierte Migrantinnen/geflüchtete Frauen stellen sich vor, Vorführung der Henna-Tradition, Musik, Tanzgruppe & Theater
Programmbeginn: 17:30 bis 18:30
16 Uhr Einlass / Ende 21 Uhr Eintritt 3 Euro (ab 14 Jahren)
Nur für Frauen und Kinder im Tattersall, Lehrstraße 13, 65183 Wiesbaden
Hinweis: Das Mitbringen von eignen Speisen und Getränken ist nicht erlaubt!

„Interkulturelle Begegnungen“ –
Feste für Frauen

„Wenn die Seele schweigen muss, spricht der Körper.“

Frauen, die durch Fluchterlebnisse traumatisiert wurden, entwickeln oft körperliche Beschwerden. Erschwerend kommt hinzu, dass sie sich in der neuen Umgebung in Deutschland zurechtfinden müssen, was ohne große Kontaktmöglichkeiten in Unterkünften schwierig ist. Hier setzt der Wiesbadener Verein „Frauenwelten“ an, gegründet von der Afghanin Zakia Roohani, die seit den 80er Jahren in Deutschland lebt und weiß, wie man sich fühlt, wenn man neu im Land ist. Beratung, Begleitung, aber auch Kontakte und Feste bietet der Verein speziell geflüchteten Frauen an. Zweimal im Jahr gibt es ein größeres Fest im Tattersall mit Programm, Tanz, Musik und Büffet. Am 4. Mai war auch der OB-Kandidat Gert-Uwe Mende mit den SPD-Stadtverordneten Nedret Altintop und Rashid Delbasteh erschienen und zeigte sich beeindruckt von der Arbeit des Vereins. Es gab eine kleine getanzte Modenschau mit afghanischen Trachten, zwei geflüchtete Frauen berichteten von ihren Erfahrungen und Plänen und eine Dichterin trug ein Gedicht vor. Zakia Roohani stellte die Arbeit des Vereins „Frauenwelten“ vor und berichtete von ihrem Engagement für das gesundheitliche und psychische Wohl der geflüchteten Frauen in Wiesbaden. Sie können beim Verein auch an Entspannungskursen teilnehmen und bei den Festen ihre Stärken einbringen. Für Kinderbetreuung ist hier ebenfalls gesorgt, damit auch Mütter entspannt teilnehmen können. Und nicht zuletzt wurde auch über das Leben in Deutschland, zu dem beispielsweise auch Wahlen gehören, informiert. „Wir arbeiten für die Beteiligung an der Demokratie“, sagte Zakia Roohani.