Projekt Beschreibung

Fem:Fest
DGB Jugend Südhessen

Warum Fem:Fest?

Selbstverständnis

Als Gruppe verfolgen wir das Ziel, gesellschaftliche Verhältnisse zu analysieren und zu kritisieren. Zusammen wollen wir auf strukturelle Diskriminierung aufmerksam machen und aktiv dafür kämpfen, diese zu überwinden.

Wir verstehen uns als queer*feministische Gruppe mit intersektionellem Ansatz. Das bedeutet, dass in unserem feministischen Verständnis die soziale Konstruktion der Geschlechter mitgedacht und queere Personen inkludiert werden. Außerdem versuchen wir das gesellschaftlich anerkannte heteronormative Verständnis von Sexualität in unserer thematischen Herangehensweise aufzubrechen, um einer gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe von Personen, die sich innerhalb oder außerhalb des queeren Spektrums verorten (LGBTIQA+), näher zu kommen. Des Weiteren positionieren wir uns klar gegen jede Form der Diskriminierung und sind uns der Verflechtungen verschiedener Unterdrückungssysteme, wie u.a. Rassismus, Klassismus, Ableismus, Antifeminismus und Queerfeindlichkeit, bewusst. Deswegen stehen wir für einen Feminismus, in dem Intersektionalität mitgedacht wird, ein.

Vor diesem Hintergrund organisieren wir das Festival. Es ist unkommerziell und möchte einen Raum schaffen, um feministische Ideen und Visionen zu entwickeln, sich auszutauschen und dazuzulernen. Damit wollen wir einen Beitrag leisten und gemeinsam für eine gerechtere Gesellschaft für alle Menschen kämpfen.

Bei der Planung und Durchführung eines Fem:Fest unternehmen wir alle Anstrengungen, einen inklusiveren und sichereren Ort für Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen und Identitäten zu bieten.

Wir wollen einen Raum schaffen, in dem ihr euch ohne Leistungs- und Konkurrenzdruck mit Themen, Dingen und Techniken auseinandersetzen könnt. Einen Raum, in dem ihr euch kennenlernen, vernetzen und organisieren könnt und in dem ihr euch mit feministischen Themen beschäftigen, darüber diskutieren und den Kopf voller Ideen und Tatendrang mit nach Hause, in eure Räume und Gruppen nehmen könnt.

Wir verstehen das Fem:Fest als Ort, in dem Solidarität gelebt und Vernetzungsmöglichkeiten geschaffen werden, um einen entschlossenen und breiten Kampf gegen patriarchale und ausbeuterische Machtverhältnisse zu führen!

Als Orga-Team des Fem:Fest Mainz // Wiesbaden solidarisieren wir uns mit dem Transnationalen Manifest des Frauenstreik-Bündnisses von 2020 und den Forderungen des Frauenstreiks FFM von 2019.

„Der soziale Frieden ist auf unseren Rücken errichtet worden. Wir haben es satt, ihn aufrecht zu erhalten. Wir sind wütend und werden uns nicht weiter vereinzeln lassen: Wir streiken gemeinsam, queer und feministisch!“


Diskussionsstoff: Das Sternchen und der Festivalname

In 2019 haben wir uns in der Gruppe mit dem Asterisk und den damit verbundenen innerfeministischen Diskursen auseinandergesetzt. Es stellte sich die Frage, wieso das Sternchen im Titel steht und was das in der Praxis für das Lady*Fest konkret bedeutet.

Das Sternchen sollte nicht einfach nur unsere fellow Nicht-Binären, Queers und trans* subsummieren und somit wieder einmal Menschen zu den „Anderen“ unter dem Sternchen machen. Es sollte vielmehr anzeigen, dass die Kategorie „Frau“ eine konstruierte ist und Menschen im Sinne von Simone de Beauvoir nicht als Frauen zur Welt kommen, sondern zu ihnen gemacht werden. Der Stern wies für uns also auf auch die Wirkweise einer heteronormativen sexistischen Binarität hin, in der diejenigen diskriminiert und unterdrückt werden, die von dieser Binarität abweichen oder/ und als weiblich gelesen werden.

Anschließend an diese Überlegungen hatten wir uns dazu entschieden, das Lady*Fest auch als solches benannt zu lassen – um eben noch einmal auf unseren Standpunkt der kritisch-feministischen Gesellschaftsanalyse aufmerksam zu machen und den misogynen Aspekt dieser Kategorisierung, der Ablehnung des genuin als weiblich Benannten im Patriachat, der impliziten und expliziten permanenten Abwertung alles weiblich Konotierten zu unterstreichen.

In 2020 sahen wir uns strukturell und persönlich vor viele Herausforderungen gestellt und es mangelte schlicht an Kapazitäten, um uns weiter mit der Namensgebung und verschiedenen Positionen zum * zu beschäftigen.
Während der Umsetzung des Digitalen Lady*Fests 2020 wurden wir auf die homophoben und transphoben Implikationen sowie den Ausschluss von nicht-binären Personen des Begriffs Lady und dem * hingewiesen.

Für das Jahr 2021 haben wir entschieden das Festival umzubenennen, um keine weiteren Ausschlüsse zu (re-)produzieren. Das geschah auch vor dem Hintergrund, dass der Asterisk von Screenreadern für Menschen mit beeinträchtigtem Sehvermögen nur mit unterbrochenem Lesefluss ausgelesen werden kann. An dieser Stelle ist es uns wichtig, darauf hinzuweisen, dass durch den Namen oder seine Änderung keine Dynamiken entstehen, bei der am Ende irgendwelche Tokens auf ihre Diskriminierungserfahrungen reduziert und sich alleine darauf aufbauend in Gruppenprozesse und das Fem Fest einbringen oder eingeladen werden.

Es sind alle willkommen die ein Interesse an feministischen Themen und Schrabbel-Punk, Theorieblabla und/ oder praktischen Aktionen, am Diskurs und Austausch und Zuhören haben, an Solidarität statt Konkurrenz und linkem Rumgegockel, an DIY und dem Teilen von Wissen und Erfahrungen haben -in der Orga-Gruppe, als Künstler:innen, Referent:innen, stille Zuhörer:innen, Helfer:innen.

Uns beschäftigen nach der Namensänderung natürlich weiterhin Fragen nach Bezügen zur heterosexistischen Binarität und uns ist bewusst, dass die Diskriminierungsrealitäten aller, die sich mit dem Label „feminsitisches Fest“ identifizieren und solidarisieren, sehr unterschiedlich sein können. Transfrauen haben andere Diskriminierungsrealitäten als cis Frauen und was kennzeichnet eigentlich die Situation von Lesben oder/ und Non-binary im Patrichat?


Cis-Dudes

Wir von der Orga Gruppe sind der Meinung, dass cis hetero Männer keinen Raum in feministischen Räumen benötigen. Cis hetero Männer haben ausreichende Räume und Möglichkeiten, um feministische Positionen zu vertreten. Wir freuen uns, dass ihr Interesse an feministischen Themen und unseren Kämpfen habt und deshalb wart und seid ihr bei den vielen Care-Tätigkeiten, die rund um ein solches Festival anstehen, als Unterstützer gerne gesehen. In der Orga-Gruppe wollen wir uns auf die Festival- Organisation konzentrieren und uns nicht mit patriarchal-männlichen Verhalten rumärgern. Wenn ihr euch für ein spezielles Thema besonders interessiert, schreibt uns eine Mail und wir werden es im Orga-Plenum diskutieren.


Awareness

Unser Ziel bei der Planung & Durchführung eines Fem Fest ist der Versuch einen inklusiveren und sichereren Ort für Menschen mit unterschiedlichsten Backgrounds und Identitäten zu bieten. Es ist uns nicht möglich einen 100%ig sicheren Ort zu garantieren, aber wir werden so gut wie möglich versuchen das Fem Fest zu einem angenehmen Ort für Künstler:innen, Vortragende, Besucher:innen und Helfer:innen zu machen. Hinweise zu Awareness und Ansprechpartner:innnen findest du kurz vor dem Fest auf dem Blog.

Deshalb behalten wir es uns auch vor Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische, sexistische, homo-und transphobe oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, durch die Veranstaltenden von der Teilnahme auszuschließen.

Hier gehts zum Programm