Projekt Beschreibung

Kultourpark – IKF e.V.

Die Köpfhörer an das Smartphone anschließen, aufsetzen, die „KulTour-Park“ Website öffnen und schon beginnt die multimediale Führung durch den Kulturpark, seine Geschichte und Bedeutung für demokratische Teilhabeprozesse in Wiesbaden. So möchte das Projekt „KulTourPark“ die vielschichtige und einzigartige Entwicklung dieses Ortes festhalten, erinnern und ohne größere Hürden, wie rechtzeitige Anmeldung zu festen Terminen oder Teilnahmegebühren, erlebbar machen. Plug and Play. Jederzeit.

Die Website führt die Teilnehmenden dabei anhand festgelegter Punkte chronologisch durch die Geschichte des Geländes. Mögliche Stationen könnten etwa das „Deportationsmahnmal Schlachthoframpe“ sein, aber auch wichtige Orte der Entstehung selbstverwalteter Strukturen, wie dem Kulturzentrum Schlachthof, der Kreativfabrik oder Hot-Spots subkultureller Ausdrucksformen wie Skateboarding oder Street-Art. Bestimmendes Kommunikationsmittel ist ein gesprochener Audio-Guide, der jedoch immer wieder auf visuelle Medien, etwa Fotos, Grafiken oder Kartenmaterial auf dem Bildschirm verweist.

Durchaus im Sinne einer „Geschichte von unten“ liegt der Fokus auf partizipativen Prozessen, die auf dem Gelände in vielfältiger Weise erprobt wurden. Viele solcher Prozesse sind jedoch kaum oder schlichtweg gar nicht systematisch dokumentiert. Gerade weil die Nutzung gesellschaftlicher Orte durch demokratische Prozesse einem steten Wandel unterliegen, braucht es Erinnerung und Öffentlichkeit. Experimentierfelder demokratischer Teilhabe, wie wir sie hier exemplarisch vorfinden, werden erst dann überzeugend, wenn sie als Prozesse verstanden werden und nicht je als statische Ergebnisse.

Daher legt die multimediale Führung großen Wert auf Lebendigkeit und Vielfalt. Die historischen Ereignisse an den jeweiligen Info-Punkten sollen anhand fiktiver Charaktere aus der Gegenwartsperspektive geschildert werden. So als fände ihre Gegenwart jeweils gerade dann statt, wenn die Teilnehmenden an genau diesem Ort stehen. Diese Methode erlaubt einen möglichst plastischen Eindruck der Geschichte und ihren Prozessen zu vermitteln, auch indem diverse Akteur*innen und Standunkte repräsentiert werden können. Etwa in der Auswahl der Sprech*innen. Weiterhin soll es die Möglichkeit geben über die ca. 45 minütige „Standart“-Tour hinaus, je nach Interesse, vertiefende Informationen über die angesprochenen Zeitpunkte aufzurufen, etwa Interviews oder Quellenmartial. So kann die Länge der Tour varrieren.

„KulTour-Park“ möchte seine Inhalte dabei niedrigschwellig und leicht verständlich anbieten. Neben möglichst einfachem Zugang und Verständlichkeit der Bedienung, auch für weniger technikaffine Menschen, hat eine hohe Barrierefreiheit Priorität. So sollen die Wege zwischen den Info-Punkten auch für Menschen begehbar sein, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Außerdem kann es eine englisch-sprachige Version geben. Eine Version in leicht verständlicher Sprache wäre darüber hinaus auch denkbar. Wer kein Smartphone (oder Tablet) besitzt, oder keine Köpfhörer bei sich hat, könnte die Möglichkeit erhalten diese gegen einen Pfand bei ansässigen Stellen zu leihen.

Zielgruppe sind zum einen Menschen, die den Kulturpark oder die Angebote der ansässigen Aktuere in ihrer Freizeitgestaltung wahrnehmen (Schlachthof, 60/40, Kreativfabrik, Skatehalle, Moja, KiP, Die Hofköche, Murnau Stiftung/Filmhaus, Vogeltränke, oder Events wie z.B. das Youth Culture Festival). Im Speziellen wendet sich „KulTourPark“ aber auch an Besucher des Geländes, die im weiteren Einzugsgebiet der ansässigen Akteure leben oder Touristen, die abseits der klassischen Stadtführungen Angebote suchen.