Women need women

 

Das auf Frauen und Mädchen ausgerichtete Projekt "Women need Women" (Frauen brauchen Frauen) spricht Flüchtlingsfrauen und -mädchen aller Herkunftsländer an. Ihnen wird in homogenen Gruppen, unter Berücksichtigung ihrer Nationalität und Religion, ein Schutzraum für Akklimatisierung, Begegnung, Austausch, Orientierung und Organisation angeboten. Ein Kooperationsprojekt vom Frauengesundheitszentrum Sirona e. V. mit dem Wiesbadener Frauenrat von VER.DI

In dem Projekt „Women need Women international“  erhalten Flüchtlingsfrauen in Wiesbaden einen geschützten Raum für Austausch, Reflexion und Solidarisierung sowie die Möglichkeit einer kontinuierlichen Begleitung für die Zeit des Ankommens.   
Dabei verfolgen wir insbesondere das Ziel der Selbstorganisation und das Stärken der weiblichen Autonomie.


Wir begleiten die Frauen auch zu Arztterminen.

Es werden jeden Freitag zwischen 10 und 18 Frauen mit ihren Kindern (ca. 20 Kinder) erwartet. In erster Linie findet Gruppenarbeit statt, wenn die Frauen Bedarf an einem speziellen Thema, wie z.B. Schwangerschaft, Geburt, etc. bieten wir auch Einzelberatungen an.

Die Zielgruppe sind geflüchtete Frauen, die insbesondere in den Gemeinschaftsunterkünften der Landeshauptstadt Wiesbaden leben. Länder sind unter anderen Syrien, Irak, Afghanistan, Nordafrika.

Die Termine laufen folgendermaßen ab: Austausch und Kennenlernen, welche Probleme stehen an, ein Informationsthema, gemeinsames Essen, gemeinsames Tanzen, parallel hierzu findet die Betreuung und Arbeit mit den Kindern statt.

Zu den Informationsthemen gehören das Grundgesetz, die Rechte der Frau, das Gesundheitssystem, Rechte der geflüchteten Menschen, Aufklärung über den Aufbau des deutschen Staates, Besuche des Flüchtlingsrats, Sozialdienst Asyl, des Amts für Grundsicherung, des SKF,
Frauen helfen Frauen, Wildwasser und anderer sozialer  Einrichtungen Wiesbadens.

Wir bieten auch Workshops in gewaltfreier Kommunikation, Selbstverteidigung für Frauen, Tanz, Yoga, Handarbeit, etc., sowie diverse Ausflüge an.

Um mit den Frauen kommunizieren zu können, haben wir Integrationsassistentinnen, die bei Migra Mundi ausgebildet wurden, wie auch geflohene Frauen, die im Projekt mitarbeiten und mittlerweile erste Deutschkenntnisse erworben haben.

Wir knüpfen an den konkreten Sorgen und Nöten der Frauen an und begleiten sie zu professionell arbeitenden Institutionen. Wir sorgen für erste stabilisierende Rahmenbedingungen durch ein Kommunikationsnetzwerk. Unser Ziel ist es, die individuelle Autonomie zu stärken, um sich in Wiesbaden und Deutschland zurecht zu finden.

Aufgrund unserer langjährigen beruflichen Tätigkeit kennen wir die weiblichen Netzwerkstrukturen in Wiesbaden und unser Ziel ist es diese, je nach Bedarfslage, den Frauen nah zu bringen. Es ist für uns selbstverständlich mit den in Wiesbaden vorhandenen Frauen, -und Mädchennetzwerk zu kooperieren.

Unser festes Team besteht aus  Diplomsozialpädagoginnen, Lehrerinnen, Erzieherinnen, Heilpraktikerinnen, Körpertherapeutinnen, Sprachmittlerinnen, Lektorinnen und Bürokauffrauen.
 
Und unser Team wird von ehrenamtlichen Helferinnen getragen. Wir haben Wiesbadener Frauen, junge Mädchen aus dem EVIM Projekt, Migrantinnen und neue Flüchtlingsfrauen, die sich bei der Betreuung, der Kinder, dem Kochen, aufräumen, planen, übersetzen, tanzen, singen, etc. tatkräftig einbringen.
Insgesamt engagieren sich bei uns im Schnitt ca.17-19 Frauen ehrenamtlich.

Ausschnitt aus einem aktuellen Protokoll:

Gegen 12 kam eine Iranische Familie.Sie sind in der Lochmühle bei Niederhausen untergebracht. Zuständig ist Bad Schwalbach. Sie habe von unseren Treffen gehört.
Es sind Christen. Sie haben  einen langen  und gefährlichen Fluchtweg hinter sich. Die Mutter hat 2 Söhne, 16 und 18 und einen Säuglinge von wenigen Monaten. Der 18 jährige Sohn ging auf der Flucht verloren. Er ist noch in Serbien.
Sie müssen in einer anderen Unterkunft untergebracht werden. Maryam hat sich um die Familie gekümmert. Wir haben versucht die Sozialarbeiter anzurufen. Diese waren leider nicht mehr da.
Die Frau blieb mit ihrem Säugling.
Neu war ebenfalls eine christliche Iranierin aus der Dwight Eisenhower Str. Sie hatte erst vor kurzem von unserem Treffen gehört. Sie ist Physiotherapeutin und wird in die Selbsthilfegruppe gehen.
Wir haben nach gefragt, ob sich nach dem letzten Treffen etwas verändert hat. Die Bewohnerinnen der Hans Bredow Str. wollten einen eigenen Raum zum Deutsch lernen. Sie warten darauf, dass wir etwas tun. Wir haben an sie zurück gegeben, dass sie sich selbst an die Sozialarbeiter wenden müssen.
Unsere Aktion zum Bleiberecht für Frauen haben wir auf den ersten Mai gelegt.
Suheila und Razia haben eine 3 jährige Aufenthaltserlaubnis. Razia geht es gut in der Ausbildung beim Mädchentreff.
Thema des Treffens: Erste Hilfe bei Verletzungen.
Sigrid Schellhaas referierte über erste Hilfe bei Kopf- und bei blutenden Verletzungen. Inhalt war auch Anatomie des Körpers und der Umgang mit dem deutschen Krankensystem. ………..